Die Reformationsbewegung um Martin Luther

Zeugnisse der Reformationsbewegung finden Sie vielerorts entlang des Europaradwegs R1. In Deutschland sollten Sie unbedingt in der Lutherstadt Wittenberg eine Rast einlegen und die Lutherstätten in Wittenberg besuchen, die als UNESCO-Welterbe prädikatisiert sind. Luthers kritische Auseinandersetzung mit der Kirche markiert den Beginn der Reformation - allgemein auf den 31. Oktober 1517 datiert. An diesem Tag hat Luther seine 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasses an die Kirchentür der Schlosskirche in Wittenberg geschlagen. Die Praxis der Kirche, den Menschen gegen Geld die Sünden zu erlassen, widerstrebte ihm. Er sah im Ablasshandel einen Missbrauch und forderte stattdessen eine Rückbesinnung auf die biblischen Grundlagen des Evangeliums. Luther war überzeugt davon, dass Christinnen und Christen allein durch den Glauben an Gott von der Strafe nach dem Tod befreit werden. In seinen 95 Thesen legte Luther deshalb seine Auffassungen über die Rolle der Kirche dar und wandte sich gegen den kirchlichen Ablasshandel. Durch den Buchdruck konnten die Thesen vervielfältigt uns massenhaft verteilt werden. Viele Menschen lasen sie.

Luther hat es nicht beabsichtigt, aber die Reformation, die ursprünglich als innere Veränderung der Kirche gedacht war, spaltete die Kirche und letztlich auch deutsche Gebiete in katholische und protestantische Gebiete. Die Reformation revolutionierte nicht nur Kirche und Theologie, sie setzte auch eine umfangreiche gesellschaftspolitische Entwicklung in Gang: Musik und Kunst, Wirtschaft und Soziales, Sprache wie Recht und Politik - kaum ein Lebensbereich blieb von der Reformation unberührt.

Radfahrer an der Schlosskirche Wittenberg

• Luthers Leben und Werk in den von der UNESCO ausgezeichneten Luthergedenkstätten in Wittenberg nachspüren und live vor der berühmten Thesentür stehen!
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Die Aufklärung in Europa und Nordamerika im 18. Jahrhundert

Der Epoche der Aufklärung bezeichnet die um das Jahr 1700 zunächst in Europa einsetzende Entwicklung, durch rationales Denken alle die den gesellschaftlichen Fortschritt behindernden Strukturen zu überwinden. Seit etwa 1780 bezeichnet der Begriff Aufklärung auch eine geistige und soziale Reformbewegung, die sich bald bis Nordamerika ausbreitete.

Als wichtige Kennzeichen der Aufklärung gelten die Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz, mit der man sich von abergläubischen, starren und überholten Vorstellungen und Ideologien des Mittelalters befreien wollte. Dazu gehörten auch der Kampf gegen Vorurteile und die Hinwendung zu den Naturwissenschaften sowie das Plädoyer für religiöse Toleranz. Gesellschaftspolitisch zielte die Aufklärung auf mehr persönliche Handlungsfreiheit (Emanzipation), Bildung, Bürgerrechte, allgemeine Menschenrechte und das Gemeinwohl als Staatspflicht ab.

Das Gartenreich Dessau Wörlitz entstand ab 1765 im deutschen Fürstentum Anhalt als ein Gesamtkunstwerk der Aufklärung. Vom Fürsten Friedrich Franz von Anhalt-Dessau wurde es ganz im Sinne der neuen Ideale und angeregt durch seine Bildungsreisen nach Italien und England gestaltet. Der Fürst setzte in Anhalt, neben der Einrichtung der Gärten, gleichzeitig Reformen in Sozial- und Bildungswesen sowie in Landwirtschaft und Architektur um und bekannte sich zur Religionsfreiheit.

Gartenreichsommer im Landschaftspark Wörlitz
  • Die enge Verbindung von Kunst und Natur rundum Dessau, Wörlitz und Oranienbaum erleben!
  • Am Schloss Mosigkau mit seinem schönen Rokokogarten, an der barocken Anlage von Park und Schloss Oranienbaum oder im Waldpark Sieglitzer Berg direkt am Europaradweg anhalten und Bilder machen!
  • Einen Abstecher durch die insgesamt 7 Parkanlagen des Gartenreichs einplanen! 
    » Gartenreichtour Fürst Franz

Von Flandern in die Mark - Die Besiedlung der Flamen im Mittelalter

Besiedlungsgeschichte
Schon kurz nachdem Albrecht der Bär 1157 die Mark Brandenburg gegründet hatte, riefen er und der Magdeburger Erzbischof Wichmann von Seeburg in großem Umfang Siedler in die neue Mark. Die Söhne und Enkel Albrechts setzten als Markgrafen die geschickte Siedlungspolitik zur Stabilisierung der jungen Mark und zum Landesausbau fort. Die Besiedlung des Fläming vollzog sich in mehreren Schüben, wobei im westlichen Teil und Jüterboger Raum das Erzbistum Magdeburg die treibende Kraft war und bereits vor 1157 mit der Einwerbung von Siedlern begonnen hatte.

Rund 400.000 Menschen strömten im 12. und 13. Jahrhundert nach Osten. Die Siedler kamen insbesondere aus der Altmark, dem Harz, Flandern und den Rheingebieten in das Land. Der Zuzug führte sehr wahrscheinlich über Magdeburg zuerst in die Loburger und Leitzkauer Region, von dort nach Wittenberg, weiter nach Jüterbog und in der letzten Phase nach Bad Belzig. Eine wichtige Rolle spielten die Flamen, die nach verheerenden Sturmfluten im eigenen Land gerne neue Siedlungsgebiete annahmen und mit ihrer Erfahrung im Deichbau zu den Eindeichungen von Elbe und Havel beitrugen, die in den 1160er Jahren in Angriff genommen wurden. Viele Flamen ließen sich im heutigen Fläming nieder und gaben ihm somit (später und indirekt) den Namen. Bis zur Gegenwart erhielt sich die Fläming-Tracht, die auch heute noch vereinzelt zu Festtagen angelegt wird. Sie ist eine von zwei lebenden Volkstrachten in der Mark Brandenburg. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst auch Teile des südlichen Fläming in Sachsen-Anhalt.

Namensgebung – deutsche Besiedlung und Flamen
Dass der Fläming den Namen nach den flämischen Siedlern erhielt, kann heute als gesichert gelten. Allerdings erhielt er den Namen nicht von den Flamen und er heißt auch keineswegs seit Jahrhunderten Fläming, vielmehr hat sich der Name erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts für den gesamten heutigen Fläming eingebürgert. Im Mittelalter trug der Höhenzug in weiten Teilen die Bezeichnung "Sächsischer Grenzwall", während der Begriff Fläming um 1500 auf den Jüterboger Raum und westliche Bereiche um Burg und Loburg beschränkt war. Geografische Schriften und Karten trugen dazu bei, dass der Name sich von dort schrittweise auf immer größere Gebiete ausdehnte.

An einigen Stellen im heutigen brandenburgischen Flämingteil, beispielsweise am Briesener Bach und im Golzower Busch, erinnern alte kursächsische Grenzsteine an die sächsische Vergangenheit. Zudem enthält das Wappen Bad Belzigs noch heute den kursächsischen Schild.
Kursächsische Postmeilensäulen in Bad Belzig, Brück und Niemegk bilden weitere beredte steinerne Zeugen einer Zeit, in der sich die Bauern zu beiden Seiten der Grenze auch in Friedenszeiten einige feindselige Scharmützel lieferten.

Noch heute kann auf den Spuren der flämischen Besiedlung geradelt oder gewandert werden:

Kirche Schmilkendorf
  • Einen Abstecher nach Coswig zum Naturpark-Infozentrum Fläming/Sachsen-Anhalt unternehmen!
  • In Roßlau bei Dessau die Wasserburg im typischen Flamen-Stil besichtigen und von dort auf Wandertour durch den Naturpark gehen!
  • Durch die von bunten Feldern umgebenen Orte im Hohen Fläming radeln!
  • Die vielen Burgen und Mühlen aus der Zeit der Flamen zwischen Lutherstadt Wittenberg und Berlin entdecken!

Der Westfälische Frieden

In Frieden leben und auf eine stabile Gesellschaft bauen. Wer für das Gelingen eines friedvollen Miteinanders immer schon einmal in die Geschichte blicken wollte, sollte in Münster vom Drahtesel steigen. Hier – und auch in Osnabrück – wurden im Jahr 1648 eine Reihe an Friedensverträgen geschlossen, die den dreißigjährigen Krieg und den achtzigjährigen Unabhängigkeitskrieg der Niederlande beenden. Insgesamt trug der „Westfälischen Friede“ dazu bei, dass sich Europa in vielen Teilen vom Krieg erholen und stabilisieren konnte. Die Verträge regelten, wie Staaten miteinander umgehen und dass Frieden und Sicherheit alle gemeinsam in der Hand haben – eine Verantwortung, die die europäischen Länder bis heute eint.

Brief zum Westflischen Frieden
  • Friedenssaal im Rathaus von Münster