Heideblüte am Ems-Erlebnisweg in Schloß Holte-Stukenbrock

Naturschutzgebiet Moosheide in der Senne

In der Moosheide lässt sich die landschaftliche Vielfalt der Senne im Kleinen außerhalb des Truppenübungsplatzes erleben. Die Moosheide ist das größte Naturschutzgebiet der Senne und liegt im Kreis Gütersloh und im Kreis Paderborn.

Die Moosheide ist ein kreisübergreifendes Naturschutzgebiet mit fast 450 Hektar Größe, das sich sowohl in Schloß Holte-Stukenbrock als auch in Hövelhof befindet.

Landschaftlich wird die Moosheide vor allem von Dünen, wasserführenden Kastentälern, Feuchtwiesen sowie Trockentälern (Sandtrockenfluren) geprägt. Neben vereinzelten Ackerflächen finden sich ausgedehnte Kiefernwälder und Heideflächen. Letztere werden vor allem durch die Heidschnuckenherde der Biologischen Station Paderborner Land gepflegt.

Im Naturschutzgebiet kommen mehr als 450 verschiedene Pflanzenarten vor, darunter viele Rote Liste-Arten. Dazu zählen der Eisvogel, die Heidelerche, die Dorngrasmücke, die Uferschwalbe sowie die Kreuzkröte und die Zauneidechse.

Ein naturkundlicher Lehrpfad informiert die Besucher an 21 Stationen über das Naturschutzgebiet. Die Nordschleife von der Ems-Erlebniswelt bis zur Emsquelle und zurück bildet der Ems-Erlebnisweg, die Südschleife das Heideland.

Die Heide entstand durch Beweidung und Plaggenwirtschaft. Die Bewohner der Senne trugen die Heide mit einem Teil des Untergrundes als sogenannte Plaggen in ihre Ställe, um im Winter Streu für ihr Vieh zu haben. Später wurden diese als guter Dünger auf die kargen Felder ausgebracht. Der durch den Austrag der Plaggen kahle Boden wurde durch Verwehungen und Auswaschungen aber immer nährstoffärmer, so dass sich kaum mehr als Heidevegetation durchsetzen konnte.

Die Verwehungen auf dem Sandboden führten zu einer weiteren Besonderheit der schönen Sennelandschaft: Es entstanden Binnendünen, die mit die ältesten Binnendünen Nordwestdeutschlands bilden. Auf dem Gebiet des Truppenübungsplatzes sind Auswehungen und Dünenbildungen immer noch aktiv, in weiteren Feldern der Senne wurde dem durch Kiefer-Aufforstung entgegengewirkt. Ausblasungswannen, also die Bereiche, aus denen der Dünensand stammt, sind Mulden, in denen sich im Laufe der Zeit Tümpel und Moore (Regenwassermoore) bilden konnten.

So entstand in der Senne eine offene und dennoch strukturreiche Landschaft, die durch ihre Besonderheiten, die kaum anderswo zu finden sind, wichtige Lebensräume selten Pflanzen und Tiere bilden.

Heideblüte am Ems-Erlebnisweg in Schloß Holte-Stukenbrock
Heideblüte am Ems-Erlebnisweg in Schloß Holte-Stukenbrock