Die Brautrummel
Die Brautrummel gehört zu den eindrucksvollsten Naturerscheinungen im Naturpark Hoher Fläming. Das bis zu zehn Meter tiefe, periglaziale Trockental liegt im Landschaftsschutzgebiet „Hoher Fläming – Belziger Landschaftswiesen“ südlich der Straße zwischen Bad Belzig und Grubo.
Ihre Entstehung reicht in die letzte Weichseleiszeit zurück: Der Hohe Fläming blieb zwar eisfrei, doch der Boden war dauerhaft gefroren. Schmelz- und Regenwasser konnte nicht versickern, floss oberflächlich ab und schnitt im Lauf der Jahrtausende tiefe, muldenförmige Täler in die Landschaft. Spätere Rodungen verstärkten diese Erosion, weil Regenwasser noch schneller abfließen konnte.
Die Talsohle ist im Norden etwa 30 Meter breit und weitet sich auf bis zu 120 Meter. An den Hängen wachsen Kiefern, Stieleichen und Birken, dazu Ebereschen, Schlehen und Faulbäume. In der Regel führt die Brautrummel kein Wasser – nach extrem starken Niederschlägen oder zur Schneeschmelze kann sich das Trockental jedoch in einen Bach verwandeln; im Juli 2005 stand das Wasser stellenweise bis zu 50 Zentimeter hoch.
Ihren Namen verdankt die Brautrummel einer Überlieferung: Ein Brautpaar aus Grubo soll hier von einem Gewitter überrascht worden sein. Als das Wasser schnell anstieg, konnten die beiden die Böschung nicht mehr erreichen und ertranken.
Früher nutzten Bauern die Rummel als Weide für Schafe, Ziegen und Schweine. Diese Nutzung schuf eine halboffene Landschaft mit wertvollen Trockenrasen, die heute als Teil des FFH-Gebiets „Flämingrummeln und Trockenkuppen“ geschützt ist. Seit 2021 tragen wieder Ziegen zur Pflege bei und erhalten Licht und Raum für seltene Pflanzen und Insekten.
Rund 300 Meter südlich des Einstiegs an der Bundesstraße 246 lädt die begehbare Holzskulptur „Ein Feldbett für den Fläming“ von Sebastian David zum Verweilen ein. Ihre beiden Eichenstelen stehen sinnbildlich für zwei unvollkommene Hälften, die nach Einheit streben.

