St. Blasii und Marien
Die Klosterkirche Fredelsloh aus dem 12. Jahrhundert ist das einzige erhaltene Gebäude einer einst bedeutenden Klosteranlage.
Die Kirche St. Blasii und Marien in Fredelsloh wurde 1132 vom Mainzer Erzbischof Adalbert I. als Augustiner-Chorherrenstift gegründet. Um 1144 bis 1146 wurde die Anlage zu einem Doppelkloster erweitert, und das Marienpatrozinium kam hinzu. Nach einem Brand 1290 entstand eine Klosteranlage, die über Jahrhunderte Bestand hatte.
Mit der Reformation 1542 wurde Fredelsloh ein evangelisches Damenstift. Im Dreißigjährigen Krieg endete das klösterliche Leben, die letzte urkundlich bezeugte Stiftsdame lebte 1660. Die Konventsgebäude wurden später als Steinbruch abgetragen. Die Kirche diente zeitweise als Kornspeicher, der Westbau wurde abgetrennt.
Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche wiederentdeckt, im 20. Jahrhundert wieder für Gottesdienste genutzt. Restaurierungen fanden 1968 bis 1973 und 2013 bis 2015 statt. Typisch für die Architektur sind der rote Wesersandstein, die dreischiffige Basilika mit Querhaus, die beiden Westtürme und der halbe Treppenturm mit Wendeltreppe zur Nonnenempore. Besonders sehenswert sind der Doppelbogenfries der Westapsis, zwölf Apostelreliefs aus dem 14. Jahrhundert und das romanische Taufbecken im Chor. Die Pommersche Glocke von 1736 gelangte nach dem Zweiten Weltkrieg aus Pommern nach Fredelsloh.