Überwasserkirche
Die Überwasserkirche, auch als Liebfrauenkirche bekannt, gehört zu den ältesten Kirchen Münsters. Ihre Ursprünge reichen bis ins neunte Jahrhundert zurück, als sie als Stiftung mit einem Konvent für adelige Damen diente. Ein bedeutendes Ereignis in ihrer Geschichte war die Übernahme durch die Täufer, die die Turmspitze zerstörten. Diese wurde 1898 ausgegraben und fand im LWL-Museum für Kunst und Kultur eine neue Heimat. Nach der Aufhebung des Überwasserstifts 1773 wurde aus dessen Vermögen das Priesterseminar gegründet, aus dem die Universität Münster hervorging. Das Siegel der Universität zeigt bis heute die Muttergottes, die „liebe Frau von Überwasser“. Die Kirche wird heute nicht nur für Gottesdienste, sondern auch für Ausstellungen und Konzerte genutzt. Historisch bedeutsam ist auch die Predigt von Bischof Clemens August Graf von Galen gegen den Nationalsozialismus während des Zweiten Weltkriegs. Trotz schwerer Schäden durch Luftangriffe wurde die Kirche wieder aufgebaut und zuletzt von 2014 bis 2018 umfassend saniert. Eine Besichtigung der gotischen Hallenkirche ist jederzeit möglich.



